Ärztehaus setzt Akzent am Markt PDF Drucken E-Mail
Coesfeld. Gerade erst ist die Tinte unterm letzten Mietvertrag trocken. Jetzt stehen die drei Nutzer fest, die im Frühsommer ins neue Ärztehaus an der Ecke Neustraße/ Lambertiplatz einziehen werden. "Die Kieferorthopädische Praxis Sluka/Winnenburg wechselt von der Süringstraße her", berichtet Investor Dr. Jürgen Weßelbaum. "Außerdem ziehen der Urologe Dr. Wolfgang Kauschke und die Praxis für Kinder- und Jugendpsychiatrie Dr. Dirksen und Eheleute Franke von ihren bisherigen Standorten in Coesfeld um."

Das Ärztehaus ist der jüngste Baustein des Gesamtprojekts Gesundheitszentrums am Lambertiplatz, wo Weßelbaum - das ehemalige Haus Wysocki eingeschlossen - inzwischen 14 Facharztpraxen angesiedelt hat - immer in enger Kooperation mit dem Architekturbüro Michelle und Johannes Evers. Auch diesmal haben sich Planer und Investor wieder das Ziel gesetzt, an exponierter Stelle in der Stadt ein hochwertiges Gebäude zu schaffen, das einen architektonischen Akzent setzt und sich zugleich in das Ensemble um Lamberti- und Marktplatz optimal einfügt.

Einen ersten Eindruck bekommen die Coesfelder schon, weil das Gerüst an der einen Gebäudeseite seit ein paar Tagen verschwunden ist. Die neue Fassade trägt vor allem die Handschrift von Michelle Evers. Ruhiger dunkler Verblender, schicke Sandsteinelemente, viel Glas. "Wir mussten das Gebäude komplett entkernen und auf den Rohbau zurückführen", erläutert Johannes Evers. Das Nachkriegsgebäude, in dessen Erdgeschoss die Commerzbank ansässig war und demnächst auch wieder sein wird, war "in einem stark sanierungsbedürftigen Zustand", so Evers. Hinter die neu gestaltete Fassade haben die Architekten quasi einen Neubau gesetzt. Auf jeder der oberen Etagen wird sich eine Praxis von durchschnittlich 220 Quadratmetern ansiedeln. Der Blick aus den großen Fenstern auf Markt und Kirchen ist grandios.

Extravagant wird der Eingang ins Ärztehaus, der sich noch hinterm Gerüst verbirgt. Während der Zugang zur Commerzbank an alter Stelle (Ecke Marktplatz) erfolgt, werden die Patienten das Gebäude von der Neustraße aus betreten. Hier haben die Architekten quasi eine Scheibe des Gebäudes herausgeschnitten und ein wenig verschoben. So entsteht eine Art Turm, der mit Kupfer verkleidet wird.
Der frühe und schneereiche Winter hat die Arbeiten ein wenig verzögert. Möglichst am 1. Juni möchte Dr. Jürgen Weßelbaum das Haus aber eröffnen. Über die Höhe seiner Investition schweigt er. Über die Bedeutung für die Belebung des Markplatzes und der Innenstadt nicht. Weßelbaum rechnet mit einer Frequenz von rund 2500 Patienten am Tag - bezogen auf alle 14 Facharztpraxen. Und viele der Menschen, die aus der gesamten Region die Ärzte aufsuchen, schließen eine Kaffeepause, einen Imbiss oder ein Shopping in der Stadt an.
Bild: Ute DeuschVor der Fassade des neuen Ärztehauses (Commerzbank) an der Ecke Neustraße/Lambertiplatz: Investor Dr. Jürgen Weßelbaum (M.) mit den Architekten Johannes Evers (l.) und Mark Vordermark (Büro Evers). Links das AZ-Pressehaus. Foto: ude
VON ULRIKE DEUSCH